Streng genommen sind wir mental doch alle Ökos: Wir trennen unseren Müll, spenden für Greenpeace, demonstrieren gegen Atomkraft, tragen Birkenstocks, haben ein schlechtes Gewissen wenn wir mit unserem SUV bei Aldi vorfahren weil wir uns nicht trauen, ohne Fahrrad am Biomarkt zu erscheinen, und sogar die aktuelle Regierung vermag Atomkraftwerke abzuschalten.
Irgendwann erklärte irgendwer den alljährlichen Reiseweltmeistern, dass auch verreisen umweltschädlich ist: CO2 Ausstoss auf dem Weg in den Urlaub, Belastung und Verschwendung lokaler Umwelt und Ressourcen, der unsägliche Einfluss von Massentourismus auf indigene Ethnien und Strukturen.
Traverdo.de aus Berlin, ein noch recht junges Start-Up auf dem Segment der Reiseaggregatoren, hat sich diesen Markt des „grünen“, nachhaltigen Tourismus als Nische gesucht, und vermittelt ausgesuchte „nachhaltige“ Reisen und Destinationen weltweit.
Das Unternehmen liefert die Leads - über seine Website - an die eigentlichen Veranstalter der Reisen. Der User kann auf der sehr ansprechenden traverdo.de in einem grossen Angebot an Reisen in alle Welt wählen, und auch die vielfältigsten Reisearten stehen zur Auswahl: Gruppenreisen, Wanderreisen, Safaris, Expeditionen, Sprachreisen, Abenteuertrips. Per Fahrrad, Schiff, Hundeschlitten, geht es in die schöne weite Welt, Wale beobachten, Gorillas aufsuchen, Vögeln nachstellen, und nebenbei Englischunterricht erteilen.
Das Selbstverständnis von traverdo und die Charakteristika der angebotenen Reisen werden wie folgt beschrieben:
„Neben einer möglichst umweltschonenden Anreise, umweltfreundlichen Unterkünften und Aktivitäten geht es um faire Gehälter und Arbeitsbedingungen für die Menschen und um die Bewahrung ihrer Natur und Kultur.
Und es geht darum, dass möglichst viel von den durch Ihre Reise generierten Einnahmen den Ortsansässigen zugutekommt. Gerade in Entwicklungs- oder Schwellenländern schafft Ihre Reise Arbeitsplätze, belebt lokales Handwerk und Traditionen und gewährleistet Einkommen für die Menschen vor Ort.
Ihre Reise trägt außerdem dazu bei, soziale und ökologische Projekte zu finanzieren. Dies hilft, Gesundheit und Bildung zu verbessern und den Naturschutz zu fördern.“
Seit Januar 2011 ist traverdo auf dem deutschsprachigen Markt aktiv, in enger Zusammenarbeit mit dem bereits auf excitingtavel.de vorgestelltem forum anders reisen, und recht ähnlichem Konzept.
Massentourismus wird es immer geben, aber sicherlich wird der Anteil an bewusster reisenden Mitbürgern stetig steigen, und das muss er auch: Schliesslich verbraucht die Menschheit gerade die Ressourcen von 1,5 Erden – dumm nur, dass wir nur 1,0 Erde zur Verfügung haben.


es gibt viele ökomärkte, die allmählich zu massenmärkten mutieren. beim reisen dürfte aber noch am stärksten nur das premiumsegment erreicht worden sein von der ökoidee.
Kommentiert von: klm | 16. September 11 um 19:56 Uhr
genau, das ist ja die Krux: "Öko" muss man sich leisten können. Allerdings kann "Öko" auch nie Masse sein. Das gilt insbesondere für den Tourismus.
Kommentiert von: Dirk | 17. September 11 um 14:48 Uhr