Ach, Abenteuer, dröges. Was kann uns Exploranten des Alltags denn schon erregen , necken gar, die wir twitternd und mittagessend unsere kostbare Zeit im St. Oberholz sitzend sinnierend spinnert verbringen? Die Welt in unserer Hand, ein ganzes Internet ist uns Abenteuer genug, doch wer weiss?
Andere Menschen möchten reisen mit den Massai, Busfahrten nach Timbuktu zum Sklavenmarkt unternehmen oder per Bollerwagen Kappadokien queren.
Wiederum andere Menschen möchten dies nicht, sondern allumfassend behegt und verpflegt in Touristen- und Pauschalurlauberquarantänestationen, a.k.a. Clubanalagen, einen Strandurlaub verbringen. Und nur dort. Am Strand. Land egal.
Deshalb hat ein Reiseunternehmen wie die TUI, einer der weltweit grössten Anbieter, auch beide Reisearten im Unternehmens-Portfolio. Die Abenteuernummer allerdings erst seit kurzem.
Intrepidtravel aus Australien gehört zur TUI in Form eines gemeinsamen Joint Ventures. Was mich zur Frage in der Überschrift zurückbringt. Und zur eigenlichen subkutanen These dieses Blogs: Die Reisebranche muss umdenken. Den sozialen und technischen Neuerungen unserer Gesellschaft andere Reisearten und Vertriebswege anbieten.
Was auch geschieht im Kleinen, aber was machen die Grossen, wie die TUI? Akquirieren natürlich entsprechende Unternehmen, weil das leichter ist, als diese selbst aufzbauen. Und auch schneller geht.
Eine weitere These dieses Blogs: Unternehmen wie Intrepid Travel wachsen überdurchschnittlich, und gewinnen Marktanteile, welche sie den klassischen Pauchalreiseanbieter wegnehmen. Die Akquise von IntrepidTravel durch die TUI spricht für diese These, und auch dieser Artikel in Spiegel Online bestätigt die Annahme.
Interessant auch: Nicht nur neue Kundenschichten werden gewonnen, sondern auch touristisches Know-How, fernab von Consolidators und den üblichen Datenbanken (die ohnehin alle nutzen) werden für das Unternehmen generiert und konserviert.
Kurzum, was macht die TUI? Reagiert wie ein Konzern: kauft Start-Ups. Einen eigenen Inkubator, New Business oder New Ventures Bereich der TUI konnte ich nicht finden.
Und ja, die beliebteste Reise bei Intrepid Travel im vergangenen Monat ist der Trip „From Rome To Paris“. Klar, wir wissen dass Fahrten mit der italienischen Eisenbahn ein Abenteuer sein können, aber diese Reise zeigt auch: Exotik ist relativ und vom Blickpunt des Betrachters abhängig.


PS: Ich weiss, liebes Timbuktu, hier habt keinen Sklavenmarkt (mehr), bitte verzeit die künstlerische Übertreibung!
Kommentiert von: Dirk | 30. September 11 um 13:07 Uhr