Von der Öffentlichkeit relativ unbemerkt entstand jüngst ein neuer Riese im Onlinereisemarkt: Odigeo.
Das Unternehmen ist der Zusammenschluss von Opodo, eDreams und GoVoyage. Travellink, Opodos skandinavische Filiale, gehört ebenfalls mit dazu. Odigeo wird als Marke nicht gegenüber Endkunden in Erscheinung treten, ebenso werden die unterschiedlichen, in ihren Heimatmärkten bekannten und etablierten Marken, beibehalten. Somit wird Odigeo in 27 Ländern aktiv sein. 2010 stehen ca. 3,5 Milliarden Euro als Einnahmen zu Buche.
Eingeleitet wurde der Merger von Axa Private Equity und Permira Funds. Die zwei Investmentfirmen haben das ungewöhnliche Dreierbündnis initiiert und waren erst im Februar 2011 in den Besitz von Opodo gekommen. Ebenso interessant an der Angelegenheit ist, dass das global operierende Buchungs- und IT System Amadeus, das ursprünglich von grossen Fluggesellschaften gegründete Opodo, abgestossen hat und sich offenbar wieder auf sein Kerngeschäft konzentrieren möchte, ohne die Hilfe einer etablierten Marke.
Opodo wurde einst von grossen Fluggesellschaften wie der Lufthansa, KLM oder Air France gegründet, um Expedia oder Lastminute.com etwas entgegenzusetzen.
Jetzt sehen sich diese Fluggesellschaften nicht nur Expedia als weltweitem Platzhirsch gegenüber, sondern auch dem neuen Riesen Odigeo. Dessen in Madrid beheimatetes Management hat bereits die Devise ausgegeben, Expedia als grösste Internet Booking Engine zumindest in Europa von seinem Spitzenplatz verdrängen zu wollen. Der Online Reisemarkt wird weiterhin konsolidieren und auch in nächster Zeit interessante Mergers realisieren.


Glückwunsch zur Konzentration! Das kann auch für kleinere Player eine Chance sein, denn hier enstehen immer Lücken und Nischen!
Kommentiert von: Schulze, Andreas | 06. Dezember 11 um 08:09 Uhr