Vor kurzem hat TUI Deutschland seinen Internetauftritt nicht nur graphisch überarbeitet und neu gestartet, sondern auch inhaltlich und konzeptionell versucht, neue Wege zu beschreiten. Der Fokus liegt klar auf einer stärkeren Verzahnung zwischen Online und Offlinewelt, man könnte dies auch als Multichannelkonzept bezeichnen.
Laut „onetoone“, welches in seinem Text über den Relaunch das dahinterliegende Konzept ausführlich erläutert,
„lieg(t) der Anteil des E-Commerce-Geschäfts am gesamten touristischen Umsatz im Quellmarkt Deutschland derzeit bei 19 Prozent, so das Unternehmen. Verglichen mit Multi-Channel-Händlern, die teilweise gut 50 Prozent ihrer Umsätze im Internet erwirtschaften, ist demnach noch einiges Potenzial im Reissegment für Tui vorhanden.“
Dem ist nichts hinzuzufügen.
TUI hat unter der Domain und Dachmarke TUI.com seine gesamten Aktivitäten im Netz gebündelt und 15 Spezialreiseveranstalter wie goXplore, Dorfhotel oder TUI Cruises in das Portal integriert.
Zusätzlich gibt es ein Expertenportal, in welchem der Nutzer Reiseleiter, Produktspezialisten und Reiseberater kontaktieren kann, welche eine Expertise für spezifische Destinationen oder Reisearten haben. Das ist der Versuch, die angeschlossenen Reisebüros in die Onlinewelt mit zu integrieren. Als Idee gar nicht schlecht, doch beim ersten Durchklicken frage ich mich, was eigentlich der Unterschied zwischen einem Reiseberater und einem Produktberater ist, zudem werden einem reihenweise nette Experten angezeigt, aber nach welchem Muster – wieso bekomme ich Frau Schmidt aus St. Ingbert mit der Expertise für Korsika als erstes angezeigt, wo ich doch weder nach St. Ingbert ins Reisebüro als auch nach Korsika möchte?
Ergänzt werden soll das Portal zukünftig noch durch ein Userforum, so dass auch der virale und netzwerkige Aspekt des Onlinemarketingsspektrums abgedeckt wird.
Zusätzlich hat TUI die neuen Kataloge für die kommende Wintersaison webmässig gepimpt:
„Große, emotionale Bilder, übersichtliche Informationsdarstellung sowie Internetlinks schaffen eine Verbindung zwischen on- und offline.“ (Zitat TUI Pressemeldung)
Aber der Haken: Aus dem Katalog schaffe ich es nicht zur Buchung ins Netz (z.B. über QR-code), sondern werde lediglich ins Reisebüro geleitet:
„Zusätzlich sind bei den exklusiven Konzepthotels Scan-Codes abgebildet, die auf dem Smartphone oder Tablet eingescannt werden, um beispielsweise Hotelvideos oder 360 Grad-Rundgänge anzusehen. Die Internetseiten zu den Hotels dienen dabei lediglich der Information und bieten keine Buchungsmöglichkeit. Über einen integrierten Reisebürofinder gelangt der Kunde zum Reisebüro seiner Wahl.“ (Zitat TUI Pressemeldung)
Ich denke, TUI ist für seine Verhältnisse auf dem richtigen Weg, wenn man eine Multichannelstrategie als sochen bezeichen möchte. In letzter Konsequenz, so scheint es, möchte man aber nichts riskieren und es allen Recht machen: Den Reisebüros, den Katalogkunden, den Onlinekunden. Diese Strategie kann nur eine Übergangslösung sein


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