Wir berichten in diesem Blog recht ausführlich über das Marketing von Fluggesellschaften z.B. in Facebook, über die Geschichte der Billigflieger, über Start-Ups der Reisebranche, welche als Aggregatoren auch Flüge an die Destination bzw. den Startpunkt ihrer Touren verkaufen. Jetzt ist es einmal an der Zeit, gerade auch im Rückblick auf das Posting der letzten Woche, an die Klimabelastung durch das Fliegen zu erinnern, und wie jeder einzelne von uns Abhilfe schaffen kann.
Im Gegensatz zur Summe des weltweiten Autoverkehrs und der gesamten globalen Klimabelastung durch die Industrie erscheint der Flugverkehr fast zu vernachlässigen, aber spezifisch betrachtet und in der Relation zu anderen Verkehrsmitteln ist Fliegen ein klimaunfreundliches Verkehrsmittel:
"Pro zurückgelegtem Kilometer verursacht ein Flugzeug 146 Gramm CO2, während ein Auto nur 86 Gramm CO2 ausstößt und ein Zug nur 51 Gramm CO2. Dazu ein noch plastischerer Vergleich: Ein vierdüsiger 400-Tonnen-Jumbo verbraucht auf einem Flug von Toronto nach Frankfurt rund 150.000 Liter Kerosin. Ein Kfz mit einer Jahresfahrleistung von 12.000 km könnte mit dieser Menge Treibstoff 250 Jahre lang fahren". (Quelle: umweltbildung.at).
Zu dem obigen Zitat sei angemerkt: Im Jumbo sitzen dann allerdings auch 400 Leute, im Auto meist nur einer. Das wird in der obigen Aussage nicht berücksichtigt. Wie auch immer, zum Punkt:
Das Forum anders reisen (ein Zusammenschluss von unabhängigen Reiseveranstaltern) sowie Germanwatch, eine Umweltorganisation, haben eine gemeinnützige GmbH gegründet, eben atmosfair, um der zunehmenden Belastung der Umwelt durch den Flugverkehr ein Projekt entgegenzusetzen, das Abhilfe und awareness schaffen soll.
Das Prinzip ist einfach: Jeder Fluggast berechnet seinen ganz persönlichen CO2 Ausstoss auf seiner ganz individuellen Flugstrecke, und gleicht diese Umweltbelastung mit einer Spende für CO2 neutrale, weltweite Klimaschutzprojekte aus. Das alles kann er auf der Plattform von atmosfair durchführen. Alle Projekte als auch die neuesten wissenschaftlichen Untersuchungen zum Thema sind dort zu finden.
Mit anderen Worten, und ein wenig despektierlich: Ein moderner, grüner Ablasshandel. In diesem Fall aber natürlich sinnvoll, wissenschaftlich belegt, von den Standards her begründet und überprüft, und vom Bundesumweltministerium unterstützt.
Also, call to action: wer nächstens fliegt oder kürzlich geflogen ist, bitte berechnen und kompensieren
Für meinen Flug letzte Woche nach Dublin habe ich das schon mal gemacht, bezahlt werden kann in einem schönen Workflow direkt aus dem Kompensationsrechner heraus, mit Kreditkarte und ELV. Dann erhält man ein schönes Zertifikat, eine Spendenquittung und das Bewusstsein: Umweltschutz fängt bei jedem einzelnen an.


An sich eine super Sache, wird aber von den Kunden nicht sehr häufig genutzt, da es am Ende sehr viel kosten kann, vorallem bei Fernreisen mit weiteren Inlandsflügen (wenn zu 100% ausgeglichen werden soll!).
Gibt es Statistiken wie häufig Atmosfair genutzt wird?
Kommentiert von: Michael | 15. Oktober 12 um 11:45 Uhr
Gute Frage, diese Zahlen möchte ich nachliefern, jeweils für 2011. atmosfair hat an freiwilligen Ausgleichszahlungen 1,9 Mio. EUR. erzielt, laut Jahresbericht. Der Betrag, welcher von IATA Reisebüros in Deutschland für Flugreisen eingeommen wurde (da fehlen also alle Onlinesites wie z.B. Expedia etc.) war: 10. Milliarden EUR.
Kommentiert von: dc | 15. Oktober 12 um 12:28 Uhr